Aus dem Kindergartenalltag

Der Morgenkreis

Wir beginnen jeden Vormittag mit einem gemeinsamen Morgenkreis. Ob Junge oder Mädchen, ob groß oder klein, quirlig oder ruhig - hier hat jedes Kind die Möglichkeit, sich in der Gruppe zu erleben und einzubringen. Wir sitzen bewusst im Kreis, um allen ein Dazugehörigkeitsgefühl zu vermitteln. Die Kinder überlegen z.B., wer heute fehlt, und wen wir nicht begrüßen können. Dann singen wir ein Lied zur Begrüßung. Wir erzählen uns Erlebnisse, üben das Zuhören, planen, singen, spielen, zeigen mitgebrachte Dinge. Er ist auch ein guter Ort, um Partizipation zu üben: Tagesaktivitäten absprechen, Ideen einbringen, darüber abstimmen, Wünsche formulieren. Rollen- und Singspiele dienen dazu, dass die Kinder lernen, im Mittelpunkt zu stehen, auch anderen den Vortritt zu lassen und sich in der Gruppe als Teil des Ganzen zu erleben. Es werden regelmäßig neue Lieder eingeübt und traditionelles Liedgut gepflegt. Der Morgenkreis der Wichtel gestaltet sich kürzer und beinhaltet altersgerechte Lieder und Spiele mit häufigen Wiederholungen.

Spielen

Neben Rollenspielen, Bau- und Puppenecke, Gesellschaftsspielen, Bastelmöglichkeiten, Experimentieren, Ruhe und Konzentration sind auch Alleinsein, Faszination und Träumen wichtige Spiel-Erfahrungen für die Kinder. Das Spiel ist die Aktionsform, die Kinder selbst auswählen und eigenständig steuern können. Im Freispiel können sich bis zu vier Zwerge und Kobolde alleine im Haus oder im Garten bewegen. Dieser Freiraum wird von den Kindern gerne genutzt.

Auf dem Bauteppich kann man nahezu jede Fähigkeit und Fertigkeit verbessern und verfeinern. Zuordnen, zählen, erkennen von Mengen und Größen begründen das mathematische Grundverständnis spielerisch.

Gesellschaftsspiele geben den Kindern die Möglichkeit, erste Erfahrungen mit Zahlen, Farben, Regeln, Konzentration, Gewinnen und Verlieren zu machen.

Kreativ sein

Kreativität, die Spuren hinterlässt, dürfen die Kinder bei uns ausleben. Etwas selbst tun - genau das ist die Basis für die Entfaltung der kreativen Potentiale von Kindern. Mit Farben, Kleister, Sand, Wasser, Knete und auch Ton. Von Fingermalaktionen zu Pinselarbeiten ist alles möglich. Sie erleben ihre eigene Arbeit und können sich darüber freuen.

Sich bewegen
Kinder wollen greifen, krabbeln, springen, hüpfen, klettern, toben. Der Antrieb für Bewegung ist die Lust am Erkunden, der Erlebnishunger und die Freude an körperlicher Aktivität. Kinder wollen ihre Kräfte zum Einsatz bringen und ihr Können zeigen. Bewegung ist eine körperliche Betätigung, die die Koordination aller Sinne benötigt. Die Kinder üben sich einzuschätzen und Grenzen zu erkennen, aktiv zu sein, Ängste zu überwinden, Stress abzubauen. Sie erfahren Raumgefühl, Geschwindigkeit, Entfernung, Ausdauer, Konzentration. Sie lernen, Anweisungen zu folgen, Regeln einzuhalten, sich in der Gruppe zurechtzufinden, Rücksicht auf andere zu nehmen, zu helfen und Hilfe anzunehmen. Hierfür steht uns der große Raum des Dorfgemeinschaftshauses zur Verfügung. Wir turnen jede Woche in Gruppen. Beispielsweise wird eine Bewegungsbaustelle aufgebaut, Bewegungsspiele gespielt oder die Turnstunde wird unter ein Motto gestellt.

Natur erleben
Einmal wöchentlich ist unser Wald- und Wiesentag.
Wir haben zwei Lieblingsplätze: den Wald mit Waldsofa, Hasenhöhle und selbstgebauter Hütte, und das Geäst am Waldrand, wo es sich besonders gut zur kalten Jahreszeit bei Sonnenschein spielen lässt. Zu welchem Platz wir laufen, entscheiden die Kinder meist selbst mit einem Entscheidungsstein. Bevor es um 9 Uhr losgeht, werden zwei oder drei Kobolde oder Zwerge bestimmt, die Gruppe zu unserem Platz zu führen. Sie lernen gut zuzuhören (z.B. bis zum nächsten Baum, 10 Zaunpfosten weiter, bis zur nächsten Laterne) und müssen außerdem darauf achten, dass keiner überholt. In der Natur erleben die Kinder einen Raum ohne Tür und Wände. Freiräume, die ihnen die Umwelt sonst kaum mehr bietet. Die Kinder dürfen vieles anfassen, untersuchen, schleichen, steigen. Sie erforschen und begreifen lebendiges Material, im wahrsten Sinne des Wortes. Spuren und Behausungen von Tieren, heimische Bäume und Pflanzen und vieles mehr. Ein erster wichtiger Schritt, um schon im Kindesalter ein Umweltbewusstsein zu entwickeln. Die Kinder erfahren, wie spannend gemeinsam erlebte Abenteuer sind: Miteinander den steilen Abkürzungsweg zu gehen, dem Anderen dabei zu helfen, den Berg zu erklimmen, mit dem Schiff (Felsen) nach Amerika zu reisen, die Stille und Stimmen des Waldes zu hören oder Geschichten zu erfinden, bereichern das soziale und emotionale Miteinander und betonen den Wert jedes einzelnen Kindes. Für die Wichtel gestalten wir den Naturtag in der Nähe des Kindergartens auf der Wiese oder auf dem Spielplatz. Wir bieten einmal im Jahr eine Waldwoche an. Regelmäßig besuchen wir den ortsansässigen Apfelhof und seine Tiere. Im Winter ist Waldpause.

Rituale, Feste und Projekte

Viele verbinden mit dem Wort Ritual alte Bräuche und Traditionen. Andere denken dabei an fremde Länder.
Rituale geben dem Zusammenleben Struktur und Klarheit, früher wie heute. Lebensprozesse verlaufen in rhythmischer Abfolge. Mit Rhythmus verbindet sich eine besondere Qualität. Vertrautes kehrt zu bestimmten Zeiten und immer auf die gleiche Weise wieder. Kinder lieben Rituale nicht nur. - Zuverlässige Rhythmen und Rituale begleiten ein Kind durch den Tag, durch die Woche und das Jahr. Sie erleichtern das Zurechtfinden in der Welt, das Lernen und die Selbstständigkeit. Sie schaffen Ordnung und es werden Regeln und Grenzen gesetzt.

Ein wichtiges Ritual ist bei uns der Geburtstag. Für jedes Kind wird ein Fest organisiert, welches immer den gleichen Ablauf hat. Das stärkt die Identität des einzelnen Kindes. Trotz der Einmaligkeit jedes Geburtstages muss eine Feier nicht durch ausgefallene Programmpunkte glänzen. Vielmehr sind es die Elemente mit regelmäßigem Charakter, die die Festlichkeit und Einmaligkeit des Tages herausstreichen. Sie erzeugen Erlebnistiefe.

Weitere feste Größen sind u.a. die Faschingsfeier, die jedes Jahr unter einem Motto steht (z.B. Welt der Farben, verzauberte Eiswelt, Zirkus), Ausflüge zum Apfelhof mit Besuch der Esel und Feuermachen, das Familienfest im Sommer (z.B. mit Zaubershow und Tanzauftritt), der Besuch der Zahnartztpraxis.

Koboldtreff

Unsere Kobolde sind die Kinder, die sich im letzten Kindergartenjahr vor der Einschulung befinden.
Für sie werden im Koboldtreff spezielle Aktivitäten angeboten, wie z.B. Konzentrations- und Geschicklichkeitsspiele, Rätsel, Mal- und Schneideübungen, feinmotorische Faltübungen und genaues Arbeiten. Unsere Kobolde nehmen am Würzburger Trainingsprogramm teil. Es beinhaltet Reim- und Sprachspiele, die das bewusste Hören und die deutliche Aussprache fördern - als Grundvoraussetzung der Schriftsprache. Das Training findet 3-mal pro Woche/je 10 Minuten über einen Zeitraum von 20 Wochen statt. Eine intensive Zusammenarbeit mit der Modautaler Grundschule besteht seit vielen Jahren.

Der Kindergarten und das Dorf

Die Kindergruppe wurde vor mehr als 30 Jahren von Eltern aus Klein-Bieberau ins Leben gerufen. Im Laufe der Jahre sind viele Menschen aus dem Dorf mit der Kindergruppe in Berührung gekommen. An vielen Dorf-Aktivitäten, vom Kerbumzug über Straßenfest, Weihnachtsmarkt der Vereine bis zum Jubiläumsfest der Feuerwehr nimmt der Kindergarten teil. Viele Kinder wie auch Eltern, Großeltern und Dorfbewohner bleiben dem Kindergarten auch nach der Kindergartenzeit verbunden.


Kontakt und Öffnungszeiten

Kindergarten Bieberzwerge

Am Bangert 2


64397 Modautal / Klein-Bieberau